Mittendrin und doch vorbeigelebt.
In unserem Alltag rennen wir so oft an genau den Momenten vorbei, die uns zum Leuchten bringen und uns Dankbarkeit spüren lassen. An dem Kind, das uns etwas erzählen will und dem wir nicht wirklich zuhören. An den warmen Sonnenstrahlen auf unserer Haut, die wir auf dem Weg zum Auto gar nicht bemerken. An dem ersten Schluck Kaffee, den wir trinken, ohne ihn überhaupt zu schmecken.
Nicht, weil diese Momente uns nichts bedeuten würden, sondern weil wir mit unseren Gedanken längst bei all dem sind, was wir noch erledigen müssen, was noch nicht gut genug ist, was noch fehlt. Wir funktionieren, und wenn wir funktionieren, sind wir selten wirklich da.
Unser Blick ist geübt darin, den Mangel in unserem Leben zu finden, denn über Jahre hinweg wurde er durch alte Prägungen und Muster, die wir irgendwann übernommen haben, genau darauf ausgerichtet. Manche davon laufen bis heute leise in uns mit, obwohl sie aus einer Zeit stammen, in der wir vielleicht noch gar nicht sprechen konnten.
Das Schöne daran ist, dass sich dieser Blick wieder umlenken lässt. Je präsenter und achtsamer wir im Hier und Jetzt ankommen, desto mehr können wir ihn Tag für Tag ein kleines Stück in Richtung Fülle lenken, so lange, bis er den Weg von allein findet und sich das Neue ganz in uns integriert hat.